Zurück zum Kolonialismus?

In der aktuellen Diskussion zu Migration und Asyl hat man bei manchen den Eindruck, dass sie sich die Zeiten des Kolonialismus wieder her bei wünschen. Menschen anderer Hautfarbe, aus fernen Ländern oder mit fremden Religionen und Kulturen sollen dort bleiben, wo sie geboren sind oder wenn sie es bis zu uns geschafft haben, wieder abgeschoben werden.

Schon taucht der Begriff der unterentwickelten Länder wieder auf, in denen man doch noch mehr Kaffee, Kakao, Tee, Bananen, Mango , Baumwolle, Reis und Gewürze anbauen sollte, dann würden diese Produkte bei uns billiger und vor Ort gäbe es genügend billige Arbeitskräfte. 

Die Begriffe Ausbeutung und Sklaverei weist man natürlich weit von sich, eher seien es doch die korrupten Regierungen und kriegerische Auseinander-Setzungen die zu der Situation vor Ort führen. Natürlich gibt es die auch, aber sind es nicht große Konzerne und Waffenhersteller bei uns, die davon profitieren?

Bei der vergangenen Ausstellung „no limits“ im Sindelfinger Rathaus zum Thema „Textilien“ waren viele Besucher überrascht von den Informationen zu den ausbeuterischen Machenschaften vom Baumwollanbau bis zur Ausbeutung von Arbeitskräften in Bangladesch. Unser Vorteil zu Lasten anderer ist eine neue Form des Kolonialismus und keiner sollte sagen, er wisse nichts davon. 

Erfreulicherweise gibt es immer mehr Ansätze für nachhaltige Lösungen, für Hilfe zur Selbsthilfe und wir alle können dazu einen Beitrag leisten. Fair gehandelte Produkte sind dafür ein Angebot. Es braucht aber auch noch viel mehr, die den populistischen Reden entgegentreten.