„Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, Kind zu sein“

Fast jedes zehnte Kind, das entspricht 152 Mio. Kindern, ist ein Kinderarbeiter. Diese werden ihrer Freiheit und dem Recht beraubt, Kind zu sein. Unter diesem Zustand versteht man eine ausbeuterische und gefährliche Arbeit, welche von einem Kind verrichtet wird und dessen körperliche und seelische Entwicklung des Kindes schädigt oder beeinträchtigt. Ein weiteres Indiz ist die Verhinderung am Schulbesuch.

Mittlerweile sind 48% der Kinder unter 12 Jahren. Die meisten Kinderarbeiter gibt es in Afrika mit 72 Mio., gefolgt von Asien mit 62 Mio., das Schlusslicht bildet Lateinamerika mit 12 Mio. und Osteuropa mit 6 Mio. Kindern. Gründe für Kinderarbeit sind vor allem in Afrika die wachsende, schleppende wirtschaftliche Entwicklung, welche auch oft von Kriegen gestört wird. Eine Zunahme von Kinderarbeitern sieht man so vor allem im Gebiet der Subsahara. Einen Rückgang wird durch eine wirtschaftliche Entwicklung in Lateinamerika, Asien und im Gebiet des Pazifik verzeichnet. Kinder sind mit einem Anteil von 70,9% vor allem in der Landwirtschaft tätig, um ihre Eltern auf den Feldern zu unterstützen oder Tiere zu hüten. Auf dem zweiten Platz finden sich diverse Dienstleistungen mit 17,9%. Das beinhaltet zum Beispiel einen Beruf als Tellerwäscher in einem Hotel, den Verkauf von Waren auf Märkten oder auch den Personentransport in Städten gefolgt von der Industrie mit 11,9%. Das sind oft Minen, in denen Kinder bevorzugt werden, da sie kleiner und wendiger sind, um tiefer in Stollen vordringen zu können. Unicef geht aber auch von über 15 Mio. nicht erfassten Kindern, die in Privathaushalten arbeiten, aus.

Kinder arbeiten auf Plantagen, wie auf Baumwollplantagen, in Minen und auf Müllkippen. Sie verbringen ihre Zeit nicht in der Schule und müssen, um ihre Familien finanziell zu unterstützen, sogar den Weg in die Prostitution nehmen. Im Schnitt beträgt die wöchentliche Arbeitszeit 64 Stunden. Kinder müssen unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen arbeiten, wie mangelnde Hygiene, kaum Licht, Staub und Lärm für wenig bis fast gar keinen Lohn. Der vorgeschriebene Mindestlohn von 2,64$ pro Tag wird selten auch bezahlt. Auch die Arbeit mit gefährlichen Chemikalien machen Kinder krank und fördern Krankheiten.

Für einen Konsum ohne Kinderausbeutung ist es hilfreich, sich ausführlich zu informieren oder bewusst auf Fair – Trade – Produkte zu setzen und Weltläden zu unterstützen.

Von Antonia Digeser, Lisa Schneider, Julia Haarhaus, Aylin Werder, Larissa Kampa Projektgruppe Klasse 11 der Mildred-Scheel-Schule Böblingen

Quellen: unicef.de, aktiv-gegen-Kinderarbeit.de, tdh.de, Grafik: privat, Bild: Weltladen Maichingen