Jute statt Plastik

Zu Beginn des fairen Handels stand der Einsatz für Kaffee aus Nicaragua und der Einsatz für umweltfreundliche Tragetaschen. Unter dem Motto:

Jute statt Plastik“ wurde bereits vor 40 Jahren auf umweltbewusstes Verhalten hingewiesen. So richtig durchgesetzt hat sich diese Art von Tasche nicht,

da als Ersatz für die Plastiktaschen bald Baumwolltaschen in den Handel kamen.Trotzdem dauerte es bis heute, dass das Thema Plastikmüll in die

öffentliche Diskussion gedrungen ist. Längst sind es nicht nur die Tragetaschen, sondern auch die Plastikverpackungen und Kunststoffe, die Flüsse und Meere belasten,

und von Fischen aufgenommen werden. Mehr und mehr Länder weigern sich inzwischen, unseren Plastikmüll abzunehmen.

Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) treiben inzwischen auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche bis

zu 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe. Doch was wir sehen, ist nur die Spitze des Müllbergs, mehr als 70 Prozent der Abfälle

schwimmen in tieferen Wasserschichten oder sinken auf den Meeresboden. Das Abfischen des Plastikmülls aus dem Meer ist deshalb unmöglich.

Und Plastik ist gekommen, um zu bleiben. Im schlechtesten Fall baut es sich erst nach mehreren hundert Jahren ab. Durch äußere Faktoren,

wie Licht, Temperatur und mechanische Beanspruchung werden Kunststoffe im Laufe der Zeit spröde und zerfallen in immer kleinere

Fragmente, das so genannte Mikroplastik.

Was können wir tun?

Es ist eigentlich ganz einfach: Abfall, der nicht entsteht, landet am Ende auch nicht im Meer. Im Alltag gibt es viele Wege, Abfälle zu vermeiden: zum Beispiel durch

unverpacktes Einkaufen, die Nutzung eines Mehrwegbechers oder den bewussten Griff zur Mehrwegflasche im Supermarkt. Inzwischen gibt es

– auch im Weltladen – Mehrwegbeutel als sinnvolle Alternative zu Plastikverpackungen. Natürlich macht auch der Weg zum Wertstoffhof Sinn, aber auch hier

muss klar sein, dass nur max. 20% davon für Recyclingzwecke eingesetzt wird. Und der Rest? In andere Länder verschifft oder verbrannt.

Wenn sich jetzt die G20 Länder auf ihrer nächsten Sitzung in Osaka dem Thema Plastikmüll widmen, dann darf man gespannt sein, welche Lösungen für die

nächste Zeit gefunden werden. Hoffentlich dauert es nicht so lange wie bei Jute statt Plastik.