15 Jahre danach

Die Halbierung von Armut und Hunger, Grundschulbildung für alle, Senkung der Kindersterblichkeit – bis Ende 2015 soll die Umsetzung der Millenniumsziele der Vereinten Nationen erreicht werden.

Acht ehrgeizige Ziele, die bis 2015 umgesetzt werden sollten, setzten sich die 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (UN) im Jahr 2000. Zum ersten Mal beschloss die internationale Staatengemeinschaft, die Armut in der Welt drastisch zu reduzieren – eine große Herausforderung - eigentlich auch für jeden von uns. 15 Jahre sind vergangen, wo stehen wir heute?

Ziel 1: Armut und Hunger halbieren

Das Ziel der Halbierung der Armut wurde bereits im Jahr 2010 erreicht: Der Anteil der Menschen, die mit weniger als 1,25 Dollar pro Tag auskommen müssen, sank von 47 % im Jahr 1990 auf 22 % im Jahr 2010. Wenngleich dies ein großer Erfolg ist, sind die Fortschritte regional ungleich verteilt. So haben Ostasien und Südostasien die Zielvorgabe erreicht, während andere Regionen wie Afrika südlich der Sahara und Südasien noch zurückliegen.

Dem Hunger in der Welt entsprechend entgegen zu wirken, hat dagegen bislang nicht funktioniert. Die Zahl der Hungernden ist zwar zurückgegangen, konnte jedoch nicht halbiert werden: 842 Millionen Menschen, etwa ein Achtel der Weltbevölkerung, gelten weltweit als unterernährt. Weltweit ist weiterhin jedes siebte Kind unter fünf Jahren untergewichtig.

Ziel 2: Grundschulbildung für alle

Im Jahr 2000 besuchten 102 Millionen Kinder keine Grundschule. In den ersten zehn Jahren der UN-Millenniumskampagne konnten bei der Alphabetisierung beachtliche Fortschritte erzielt werden: 2011 sank die Zahl der Kinder, die keinen Zugang zur Schulbildung erhielten, auf 57 Millionen. Trotzdem befürchten die Vereinten Nationen, ihr Ziel hier nicht zu erreichen. Die Hauptursache dafür ist die andauernde Armut.

Ziel 3: Gleichstellung der Geschlechter

Die wichtigste Voraussetzung und zentrales Teilziel der Gleichstellung ist es, die Benachteiligung von Mädchen bei der Grundschul- und Sekundarschulbildung zu beseitigen, denn ohne Bildung können sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Mädchen und Frauen nicht verbessern. Dieses Ziel sollte bereits bis zum Jahr 2005 erreicht werden und wurde zunächst verfehlt.

2012 hatten nahezu alle Entwicklungsländer die Benachteiligung der Mädchen beim Grundschulbesuch beseitigt oder dieses Ziel nahezu erreicht. Weitere Ansatzpunkte zur Gleichstellung der Frauen sind der Zugang zum Arbeitsmarkt, die Erwerbstätigkeit außerhalb des Agrarsektors sowie die politische Partizipation. Auch in diesen Bereichen gibt es Fortschritte, doch Frauen bleiben weiter benachteiligt.

Ziel 4: Senkung der Kindersterblichkeit

Alle fünf Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt ein Kind – das sind 6,6 Millionen Kinder jedes Jahr. Damit wurde das Millenniumsziel, die Kindersterblichkeit von 12 Millionen im Jahr 1990 um zwei Drittel zu senken, klar verfehlt. Die meisten Kinder im Alter unter fünf Jahren sterben an Hunger, Lungenentzündung, Komplikationen bei der Geburt, Durchfallerkrankungen und Malaria.

Ziel 5: Verbesserung der Gesundheit von Müttern

Die Zielvorgabe, die Müttersterblichkeit bis zum Jahr 2015 um drei Viertel zu senken, wird aller Voraussicht nach nicht erreicht. Die Müttersterblichkeit hat sich zwar seit dem Jahr 1990 weltweit fast halbiert, doch noch immer werden vor allem in den Entwicklungsregionen zu viele Mädchen viel zu früh schwanger und zu wenige Schwangere sowohl während der Schwangerschaft als auch bei der Geburt von medizinischem Fachpersonal betreut.

Ziel 6: Bekämpfung von HIV/Aids und anderen Krankheiten

Das erste Unterziel, die Ausbreitung der Krankheit HIV/Aids bis zum Jahr 2015 zum Stillstand zu bringen und langsam umzukehren, wird aller Wahrscheinlichkeit nicht erreicht. Trotz eines beachtlichen Rückgangs der Neuinfektionen in einigen Regionen Afrikas südlich der Sahara, Lateinamerikas und Asiens, steigen die Infektionsraten in Osteuropa und Zentralasien weiter an. Noch immer gibt es 2,5 Millionen Neuinfektionen jährlich. Auch die Zielvorgabe, allen HIV-Infizierten bis zum Jahr 2010 Zugang zu einer medizinischen Behandlung zu ermöglichen, wurde verfehlt.

Ziel 7: Ökologische Nachhaltigkeit

Die Vernichtung von Umweltressourcen verhindern, den Verlust der biologischen Vielfalt bzw. Biodiversität eindämmen, den Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen gewährleisten und die Lebensbedingungen von Slumbewohnern verbessern – so lauteten die Unterziele des Millenniumsziels Nr. 7. Erreicht wurden nur die letzten beiden: 2015 werden voraussichtlich 92 % der Menschen mit sauberem Wasser versorgt.

Ziel 8: Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung

Bei dem zentralen Unterziel des achten Millenniumsziels gibt es zwar erhebliche Fortschritte, doch bleiben die meisten Industrieländer weit unter der Vorgabe zurück, 0,7 % des Bruttonationaleinkommens in die Entwicklungshilfe zu geben.

Und was geschieht nach 2015 ?

Am 25. September 2015 haben 193 UN Mitgliedsstaaten die Nachhaltigkeitsziele bis 2030 verabschiedet: Hunger und extreme Armut sollen auf der ganzen Welt beseitigt werden.

Die Vereinten Nationen haben sich auf einen Fahrplan geeinigt, mit dem bis zum Jahr 2030 weltweit der Hunger und die bitterste Armut überwunden werden sollen. Es geht um die Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung, aber auch um eine klimaschonende Politik in allen 193 UN-Mitgliedsstaaten.

„Niemand darf zurückgelassen werden“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. „Aber der wahre Test kommt noch, nämlich die Umsetzung. Wir brauchen dafür die Hilfe von überall und von jedem. Wir brauchen politische Verpflichtung und Zusammenarbeit mit allen. Dafür müssen wir uns ändern und über nationale Grenzen hinausgucken.“

 

Licht aus Sindelfingen

es ist nicht immer ganz einfach Waren nach Afrika – in unserem Fall nach Gambia -

zu schicken. So dauerte es auch etliche Monate bis die von Kindern aus Sindelfingen

gebauten Solarlampen bei den Kindern in Kaiaf in Gambia angekommen sind.

Ein Projekt der Kinderspielstadt Simsalon war der Bau von Solarlampen für

Kinder in Gambia. Zusammen mit dem Jugendforschungszentrum (JFZ) in

Sindelfingen und finanziell unterstützt durch das Projekt „Demokratie leben“

in Sindelfingen gingen 36 Solarsets als Auszeichnung an Schüler der Gebietsschule,

in der auch das von uns unterstützte Dorf Sikunda liegt.

Unter dem Motto „Kinder für Kinder“ war das Projekt ein Beispiel für

ehrenamtlichen Einsatz, damit woanders in dieser Welt Kinder besser leben können.

So haben die Schüler in Kaiaf nun eine eigene Lampe, um bei Dunkelheit noch

lesen zu können oder Hausaufgaben zu erledigen.

Die Spende aus Deutschland fand sogar Erwähnung in Gambias Tageszeitung

the Point“.

Interessierte Schulklassen können sich an das JFZ wenden, wenn sie sich für den

Bau von Solarlampen engagieren wollen.

Längerfristig kann diese Spende auch dazu führen, dass die Schüler in Gambia

selbst die Solarlampen bauen und damit unsere Zielsetzung „Hilfe zur Selbsthilfe“

umsetzen.

Wie das Projekt „Sonnenglas“ in Südafrika zeigt, kann daraus sehr schnell ein

erfolgreiches vermarktbares Produkt entstehen.

Unser Partnerverein „Yirabah“ feierte vor kurzem sein 10 jähriges Bestehen.

Wenn man sieht, was in diesem Zeitraum alles umgesetzt wurde, wie

- Bau von Schulmöbeln

- Einsatz von Solarlampen statt Petroleumlampen

- Bau von Mühlengebäuden

- Photovoltaik für Beleuchtung und Kühlschrankbetrieb

. Traktor zum Pflügen und als Transportmittel

- Solargestützte Brunnen

- Tröpfchenbewässerung in der Landwirtschaft

und einiges mehr, dann lohnt sich unsere Unterstützung allemal.

 

Vielen Dank allen Spendern/innen unseres Projektes „Licht für Gambia“ und

besonders den Kindern der Kinderspielstadt Simsalon.